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Bußgeld Überholen

(Stand 19. Juni 2020)

Verstoß Strafe Punkte Fahrverbot
Nach dem Überholen beim Einordnen einen Überholten behindert 20 € - -
Seitenabstand beim Überholen nicht eingehalten 30 € - -
Geschwindigkeit beim Überholen erhöht 30 € - -
Nicht wesentlich schneller gefahren als der Überholte 80 € 1 -
Nicht wesentlich schneller gefahren als der Überholte (Sachbeschädigung) 120 € 1 -
Den nachfolgenden Verkehr gefährdet 80 € 1 -
Überholen auf rechter Spur (innerorts) 30 € - -
Überholen auf rechter Spur (innerorts) mit Sachbeschädigung 35 € - -
Überholen auf rechter Spur (außerorts) 100 € 1 -
Überholen auf rechter Spur (außerorts) und Verkehr gefährdet 120 € 1 -
Überholen auf rechter Spur (außerorts) mit Sachbeschädigung 145 € 1 -
Überholen und Verkehrszeichen nicht beachtet 70 € 1 -
Überholen am Fußgängerübergang 80 € 1 -
Überholen bei unklarer Verkehrslage 100 € 1 -
Überholen bei unklarer Verkehrslage trotz Überholverbot 150 € 1 -
Überholen bei unklarer Verkehrslage trotz Überholverbot und Verkehr gefährdet 250 € 2 1 Monat
Überholen bei unklarer Verkehrslage trotz Überholverbot mit Sachbeschädigung 300 € 2 1 Monat

Was ist beim Überholen erlaubt?

Was ist beim Überholen erlaubt?

Überholverstöße häufen sich im deutschen Straßenverkehr, da das Überholen ein ganz alltäglicher und zugleich riskanter Vorgang ist. Dazu kommt, dass vielen Fahrern die genauen Richtlinien für korrektes Überholen nicht oder nur unvollständig bekannt sind. Wie überholt man also richtig?

Sobald man neben einem Kraftfahrzeug in gleicher Richtung vorbeifährt, zählt dies als Überholen.

überholen auf linker Spur

Steht oder hält das andere Fahrzeug, kann es sich auch um reines "Vorbeifahren" handeln, das im Verkehrsrecht als ein vom Überholen separater Prozess behandelt wird.

Überholen ist dann erlaubt, wenn es durch kein Überholverbot untersagt wird. Auch Überholen auf rechter Spur ist generell nicht erlaubt. Auch wenn noch nicht einmal in die andere Spur eingefahren wurde, kann das Manöver schon als Überholen gewertet werden. Denn der Überholprozess beginnt bereits, wenn das eigene Fahrzeug an dem Überholten vorbeizieht und - auch auf der anderen Spur - vor diesem fährt. Es gibt des Weiteren bestimmte Fahrzeuge, die nie überholt werden dürfen. So z.B. Busse, die mit eingeschalteter Warnblinkanlage halten. 

Um sicher und legal zu überholen, muss der Überholende einerseits wesentlich schneller fahren, als der Überholte, andererseits ist auch die Verkehrslage wichtig. Die Fahrbahn muss ausreichend breit sein und die Sichtverhältnisse müssen eine gute Einschätzung des Gegenverkehrs ermöglichen. Zudem muss der Überholende während des gesamten Vorgangs sicherstellen, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet wird.

Regeln beim überholt werden

Auch für den Überholten gelten laut StVO bestimmte Regeln. Denn dieser kann durch falsches Verhalten einen sonst ordentlichen Überholvorgang erschweren und dadurch den Verkehr gefährden. Es ist somit nicht erlaubt, die eigene Geschwindigkeit zu erhöhen, während man überholt wird. Wer sich nicht an diese Regelung hält, kann mit einem Bußgeld von 30 Euro bestraft werden. Außerdem darf man sich als Überholter nicht so verhalten, dass der Überholende dadurch behindert oder gefährdet wird. Um das sicherzustellen, sollten Überholte sich während des Vorgangs möglichst weit auf der rechten Seite der Fahrbahn halten. Das lässt dem Überholenden ausreichend Platz und minimiert so das Unfallrisiko. 

Rechts überholen

Auf rechter Spur zu überholen ist eine oft gesehene Ordnungswidrigkeit, da für rechtsspurige Fahrer ein generelles Überholverbot gilt.

Rechts überholen außerorts wird besonders streng bestraft, da durch dieses Verhalten unnötig riskante Situationen hervorgerufen werden. Es gibt jedoch auch einige Sonderfälle, in denen rechts überholt werden darf. Zum Beispiel wenn das Fahrzeug auf der linken Spur sein Tempo plötzlich drosselt. Solche Details können unter Umständen dazu führen, dass ein Bußgeldbescheid wegen ordnungswidrigem Überholen ungültig wird. Wir beraten Sie gerne zur Anfechtung Ihres Bußgeldbescheides, wenn Sie vermuten, dass in Ihrem Fall ein besonderer Umstand vorliegt.

Rechts überholen innerorts ist nur in seltenen Fällen erlaubt und wird so meistens mit einem Bußgeld belangt. Eine Ausnahme ergibt sich z.B. wenn für eine Richtung mehrere Fahrstreifen gegeben sind. Auch im Bereich von Ampeln darf ggf. rechts schneller gefahren werden. 

Häufige Fehler beim Überholen

Nicht wesentlich schneller fahren als der Überholte - ein weiterer Fehler der mit Bußgeldern und Punkten bestraft werden kann. Auf der sicheren Seite ist, wer während des Überholvorgangs mindestens 20 km/h schneller fährt, als der überholte Fahrer. Wenn das eigene Fahrzeug bspw. nicht in der Lage ist, angemessen schnell an dem anderen vorbeizuziehen, sollte vom Überholen abgelassen werden, da sich sonst gefährliche Situationen und u.U. folgenschwere Unfälle ereignen können. 

Zudem wird die Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer aufgrund des Überholmanövers mit Bußgeldern und ggf. weiteren Strafen geahndet. Während des gesamten Überholvorgangs muss sichergestellt werden, dass die sich die Bedingungen für ein gefahrloses Überholen eignen. Dazu müssen andere Verkehrsteilnehmer, wie auch die generelle Situation wie z.B die Sichtverhältnisse und der Fahrbahnzustand berücksichtigt werden.

In manchen Situationen halten es Autofahrer für angebracht, einem Fahrer, der gerade jemanden überholt, direkt hinterherzufahren. Sie meinen dann, der Vorausfahrende hätte den entgegenkommenden Verkehr vermutlich richtig eingeschätzt und es würde sicherlich noch für einen selbst reichen, rechtzeitig in die eigene Spur zu wechseln. Von diesem "Anhängen" sei dringend abgeraten, da hier ein sehr hohes Unfallrisiko entsteht. Oft mag es sein, dass dem ersten Überholenden noch genug Zeit zum Einscheren bleibt, die zusätzliche Zeit die der darauffolgende Fahrer braucht wird allerdings oft unterschätzt. Deswegen sollte immer einzeln überholt werden, so hat jeder Fahrer ausreichend Möglichkeiten, die Verkehrslage richtig einzuschätzen.

Falsch überholt - Was sind die Bußgelder?

Die Bußgelder für rechtswidriges Überholen reichen von 30 Euro bei dem Überholen auf rechter Spur (innerorts) bis hin zu 150 Euro, wenn im Überholverbot und bei unklarer Verkehrslage überholt wurde. Noch teurer wird es, wenn durch den Überholvorgang Sachschäden entstanden sind oder andere gefährdet wurden. Dann können Bußgelder von bis zu 300 Euro, sowie Punkte und Fahrverbote drohen. In besonders drastischen Fällen kann es auch zu Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren kommen und der Führerschein entzogen werden.

Die Strafen fallen stellenweise entsprechend hart aus, da falsches Überholen außerhalb geschlossener Ortschaften einer der häufigsten Auslöser für Unfälle ist.

Genaue Informationen zu den einzelnen Verstößen und Bußgeldern finden Sie in der Bußgeldtabelle oben.

Wann darf nie überholt werden?

Neben dem beschilderten Überholverbot gibt es eine Reihe an Gefahrensituationen, in denen generell vom Überholen abgeraten wird oder dieses sogar verboten ist. Dies ist unabhängig von der Beschilderung und hängt von der Einschätzung des Fahrers, sowie der jeweiligen Verkehrslage ab. Generell gilt, lieber vom Überholen abzulassen, wenn die Bedingungen nicht eindeutig, klar und sicher erscheinen. In manchen Fällen lässt die aktuelle Verkehrslage dies nicht zu und selbst das Fahrverhalten des Vorausfahrenden kann achtsame Verkehrsteilnehmer vom Überholen abbringen. 

Ist eine Gefährdung der restlichen Fahrer durch den Überholvorgang nicht auszuschließen, sollte man das Überholen auch unterlassen. Solange hier Zweifel bestehen, ist das Überholen nämlich verboten.

Ein weiteres Beispiel sind gewisse Witterungsbedingungen, die einen sicheren Überholvorgang erschweren. Ist die Sicht durch Nebel, Schneefall oder Regen eingeschränkt, sollte auf Überholmanöver verzichtet werden. Dasselbe gilt, wenn die Fahrbahn durch bspw. Eis oder Nässe beeinträchtigt ist. 

Zum Schutz von Passanten herrscht zudem an Fußgängerüberwegen ein allgemeines Überholverbot. Die Fußgänger wären ansonsten hinter dem überholten Fahrzeug kaum oder garnicht zu sehen und würden sehr schnell in Gefahr geraten, sobald Fahrer nach dem Vorbeiziehen auf den Überweg auffahren. 

Wenn der entgegenkommende Verkehr nicht weit genug vorausgesehen werden kann (z.B. in Kurven), ist vom Überholen abzuraten, da auch hier die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Unfall zu verursachen in die Höhe geht. 

Ist zwischen den beiden Spuren eine durchgezogene Linie markiert, bedeutet dies, dass nicht in die andere Spur eingefahren werden darf. Somit ist auch das Überholen auf solchen Straßen nicht erlaubt. 

Sonderfälle beim rechts überholen

Das Überholen auf rechter Spur gilt in den meisten Fällen als Überholen im Überholverbot. Wer hier erwischt wird, muss innerorts ein sog. Verwarngeld von 30 Euro bezahlen. Außerorts kommt es hingegen zu einem Bußgeld in der Höhe von 100 Euro und dazu einem Punkt in Flensburg.

Neben dem Fall von stehenden Fahrzeugen an Ampeln oder der Situation, dass Fahrzeuge auf linker Spur ihre Geschwindigkeit plötzlich reduzieren, gibt es noch einige weitere Spezialfälle in denen es erlaubt ist, rechts zu überholen

Wie so oft gibt es für innerorts und außerorts abweichende Regeln. Innerorts ist es bspw. erlaubt, rechts zu überholen, wenn sich auf der Fahrbahn Pfeile befinden, die auf derselben Höhe liegen, aber in unterschiedliche Richtungen zeigen. Sind mehrere Spuren vorhanden, die in dieselbe Richtung gehen, greift das Überholverbot auf rechter Spur ebenfalls nicht immer. Linksabbieger dürfen hier durchaus auch rechts überholt werden, da sonst der Verkehrsfluss unnötig aufgehalten werden würde.

Innerorts sind außerdem an manchen Stellen mehrere Fahrstreifen für dieselbe Richtung markiert. Auf solchen Straßen ist es PKW-Fahrer erlaubt, auch auf dem rechten Fahrstreifen zu überholen. 

Außerorts hingegen gibt es zum Beispiel auf der Autobahn bestimmte Situationen, in denen es erlaubt ist, auf rechter Spur zu überholen. Ein solcher Fall tritt ein, wenn der Verkehr auf der linken Spur besonders langsam voran geht oder auch ein Stau herrscht. Solange sich die Geschwindigkeit der linksfahrenden Autos unter 60 km/h hält, darf rechts überholt werden. Allerdings ist hierbei dennoch eine gewisse Vorsicht geboten: Während des Überholens darf in einer solchen Situation nicht schneller als 20 km/h über der Geschwindigkeit der links fahrenden Verkehrsteilnehmer gefahren werden.

Für den Beschleunigungsstreifen auf Autobahnen gilt ebenso eine Sonderregelung. Um das Auffahren auf die Autobahn zu erleichtern ist es auch hier gestattet, Fahrzeuge auf der linken Spur zu überholen. Aber Achtung: Es gibt immer wieder Autofahrer die meinen, sie könnten sich diese Regel zunutze machen und den Beschleunigungsstreifen für Überholmanöver verwenden, obwohl sie sich bereits auf der Autobahn befinden und ihn nicht zum Auffahren benötigen. Ein solches Verhalten wird nicht toleriert. Die Erlaubnis zum rechts überholen auf dem Beschleunigungsstreifen gilt eben nur für Fahrer, die diesen tatsächlich zum Auffahren auf die Autobahn benötigen.

Überholverbote für LKW

Wer mit einem LKW überholt, trägt besonders hohe Verantwortung. Die Fahrzeuge bringen ein großes Gewicht mit und sind weniger schnell und wendig als PKW. Auf Autobahnen kommt es stellenweise vor, dass LKW Fahrer einen anderen überholen wollen. Dies gestaltet sich als langwieriger Prozess, während dem andere Verkehrsteilnehmer warten und zuschauen müssen. Dies wird dann gerne auch als "Elefantenrennen" bezeichnet, denn ein LKW hat nicht dieselbe Möglichkeit auf kurzer Distanz zu beschleunigen wie ein PKW.

Das Überholmanöver des LKW ist in einem solchen Fall allerdings verboten und wird als Ordnungswidrigkeit angesehen. Der restliche Verkehr wird nämlich durch diesen Vorgang stark behindert. Es gibt für LKW allerdings kein generelles Überholverbot. Vielmehr gibt es einige Regeln, die LKW Fahrern ein rechtmäßiges überholen ermöglichen. 

LKW überholt einen anderen auf der Autobahn

Es ist vorgeschrieben, dass der Überholvorgang eines LKW auf zweispurigen Straßen nicht länger als 45 Sekunden dauern darf. Der Fahrer muss also abschätzen, ob es ihm möglich ist, in einer ausreichenden Geschwindigkeit zu überholen. Fährt der Vorausfahrende bspw. 60 km/h müsste der LKW in etwa 70 km/h fahren, um das Zeitlimit von 45 Sekunden noch einzuhalten. Sobald der Überholte allerdings schneller fährt, wird es abgesehen von der sowieso eingeschränkten Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge schwierig, noch schnell genug zu überholen. Das Überholen wird LKW durch deren niedrigeres Tempolimit von 80 km/h noch zusätzlich erschwert.

Zusätzlich ist für LKW verboten langsamer als 10 km/h über der Geschwindigkeit des anderen Fahrzeugs zu überholen. Das Verbot gilt vor allem dann, wenn durch das langsame Überholen andere Verkehrsteilnehmer behindert würden. 

Der Bußgeldkatalog sieht für das ordnungswidrige Überholen von LKW ein Bußgeld von 80 Euro und einen Punkt in Flensburg vor.

Lassen Sie sich beraten

Auch scheinbar richtige Bußgeldbescheide zum Thema Überholen enthalten häufig Fehler, wodurch sie sich leicht anfechten lassen.

Bei Vorwurf eines Verstoßes gegen die StVO müssen erst hinreichende Beweise vorgelegt werden, bevor Sie belangt werden können. Wenn Sie von Ordnungshütern oder der Polizei befragt werden, bleiben Sie ruhig. Sie sind nicht verpflichtet, Fragen der Behörden zu beantworten und können zu dem Sachverhalt schweigen. Das ist Ihr Recht und kann später auch nicht gegen Sie eingesetzt werden. 

Zu häufig werden anfechtbare Bußgeldbescheide aus Angst akzeptiert. Konsultieren Sie stattdessen unsere auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwälte. Wir beraten Sie gerne und erörtern mit Ihnen, wie Sie am besten gegen angedrohte Bußgelder oder Strafen vorgehen können. 

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