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Vorfahrt genommen Bußgeld

(Stand 19. Juni 2020)

Verstoß Strafe Punkte Fahrverbot
Zu schnell an Vorfahrtstraße herangefahren 10 € - -
Rechts vor links nicht beachtet und Verkehr behindert 25 € - -
Rechts vor links nicht beachtet und andere gefährdet 100 € 1 -
Rechts vor links nicht beachtet mit Sachbeschädigung 120 € 1 -
Stoppschild überfahren und Verkehr behindert 25 € - -
Stoppschild überfahren und andere gefährdet 100 € 1 -
Stoppschild überfahren mit Sachbeschädigung 120 € 1 -
Nicht an der Haltelinie angehalten 10 € - -
Zu schnell an einen Zebrastreifen herangefahren, den ein Fußgänger nutzen wollte 80 € 1 -

Vorfahrt genommen: Das sind die Bußgelder

Da die Vorfahrtsregelungen so wichtig für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer sind, fallen auch die Strafen bei Missachtung entsprechend streng aus. Neben Bußgeldern von über 100 Euro können Fahrern auch Punkte in Flensburg drohen. Fahrverbote können angeordnet werden, wenn neben der Regelmissachtung auch eine deutliche Gefährdung anderer vorliegt.

Vorfahrtsschild auf Hauptstraße

Einem von rechts kommenden Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt zu nehmen kostet an sich 25 Euro. Wenn durch diese Missachtung allerdings eine Gefährdung oder Sachbeschädigung entsteht, steigt das Bußgeld sehr schnell auf bis zu 120 Euro an. Noch komplizierter wird es, wenn dem Fahrer eine grob verkehrswidrige und rücksichtslose Handlung vorgeworfen wird. Das kann dann sogar den Führerschein kosten und selbst Freiheitsstrafen können in Extremfällen verhängt werden.

Die aktuellen Bußgelder können Sie dem obigen Bußgeldkatalog entnehmen.

Vorfahrt - Welches Verhalten ist richtig?

Die Missachtung von rechts vor links, Stoppschildern oder Vorfahrtsschildern gehört zu den am häufigsten begangenen Ordnungswidrigkeiten im deutschen Straßenverkehr. Für einen unfallfreien Verkehr sind diese Regeln jedoch maßgeblich. 

Allgemein gilt in Deutschland die Regel rechts vor links, wenn nichts anderes beschildert wird. Verkehr der von rechts kommt hat also grundsätzlich Vorfahrt. Ausnahmen machen Feld- und Waldwege, abgesenkte Bürgersteine, verkehrsberuhigte Bereiche, Ausfahrten aus Grundstücken und Seiten- sowie Parkstreifen. Fahrzeuge, die aus solchen Einfahrten auf eine normale Straße kommen, haben auch wenn sie von rechts kommen keine Vorfahrt.

Ansonsten wird die rechts vor links Regel durch Verkehrsschilder ersetzt. Stoppschilder z.B. signalisieren die Wartepflicht, während andere, sog. positive Verkehrszeichen dem Fahrer die Vorfahrt vor dem übrigen Verkehr anzeigen. In vielen Fällen sind auch Markierungen auf der Straße angelegt, um die jeweilige Vorfahrtsregelung besser sichtbar zu machen. 

Als Linksabbieger hat man gegenüber dem entgegenkommenden Verkehr immer Wartepflicht. 

Unfall wegen missachteter Vorfahrt

Vorfahrtsschilder und die generelle rechts vor links Regel, sorgen an Kreuzungen und Einmündungen für einen sicheren Fluss des Verkehrs. Wer anderen an solchen Stellen die Vorfahrt nimmt, riskiert Unfälle und damit neben ärgerlichen Sachschäden auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer, sowie der eigenen. Wer die Vorfahrt eines anderen Fahrers missachtet und dadurch einen Unfall verursacht, muss sich auf ein Bußgeld und andere Strafen gefasst machen. Diese können je nach Fall unterschiedlich ausfallen.

Um die anstehenden Strafen und Bußgelder zu bestimmen, muss zuerst einmal die Schuldfrage geklärt werden. Generell muss nämlich der Unfallverursacher für den entstanden Schaden geradestehen. 

Im Falle einer missachteten Vorfahrt gilt erst einmal der Fahrer als schuldig, der seiner Wartepflicht nicht Folge geleistet hat. Wenn der andere Fahrer sich allerdings unvorhersehbar verhalten hat - bspw. durch falsche Blinkersetzung oder ungerechtfertigte Geschwindigkeitsanpassung - kann es zu einer Aufteilung der Haftung kommen.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die die Haftungsfrage bei Unfällen beeinflussen können. Unsere Fachanwälte beraten Sie hier gerne.

Vorfahrt genommen in der Probezeit

Junge Fahrer, die mal eben ein Vorfahrtsschild missachten, oder gegen die rechts-vor-links Regel verstoßen, müssen mit verschärften Konsequenzen rechnen. Hat ein Fahrer, der seine Probezeit noch nicht beendet hat, einem anderen die Vorfahrt genommen, kommen unter Umständen nicht nur ein Bußgeld sondern auch weitere Strafen wie Punkte und Fahrverbote auf ihn zu. Es kommt immer wieder vor, dass Verkehrsteilnehmer durch die Missachtung der Vorfahrtsregelungen gefährdet werden. 

Sobald eine solche Gefährdung vorliegt, wird die genommene Vorfahrt allerdings für Fahrer in der Probezeit als A-Verstoß gewertet. Diese sind im Gegenzug zu B-Verstößen schwerwiegende Ordnungswidrigkeiten, die vom Gesetzgeber sehr streng behandelt werden. Neben einem Bußgeld von 100 Euro besteht die Strafe bei Gefährdung aus einer Probezeitverlängerung um weitere zwei Jahre, sowie einem teilnahmepflichtigen Aufbauseminar. Außerdem wird ein Punkt in Flensburg angerechnet. 

Die verschiedenen Regeln zur Vorfahrt sind speziell dazu da, Unfälle zu vermeiden. Denn: Durch sie kann der Verkehr ordentlich und vorhersehbar fließen. Gerade deswegen steigt auch das Unfallrisiko in die Höhe, wenn Fahrer sich nicht mehr an diese Regeln halten und anderen die Vorfahrt nehmen. Verkehrsteilnehmer, die sich noch in der Probezeit befinden, sind dabei verhältnismäßig häufig für Unfälle verantwortlich, weshalb die Strafen für missachtete Vorfahrt bei ihnen besonders hart ausfallen. So werden auch Unfälle aufgrund genommener Vorfahrt während der Probezeit als A-Verstöße angesehen. 

Wie Sie gegen den Bußgeldbescheid vorgehen können

Sollten Sie mit der Ihnen vorgeworfenen Vorfahrtsmissachtung nicht einverstanden sein, könnte es für Sie sinnvoll sein, sich gegen den Bußgeldbescheid zu wehren. Unsere Fachanwälte sind auf das Verkehrsrecht spezialisiert und können Ihnen helfen, zu Ihrem Recht zu kommen. Auch wenn Sie Opfer einer Verletzung der Vorfahrtsregelungen geworden sind, kann sich eine anwaltliche Beratung für Sie lohnen, da Sie möglicherweise Anspruch auf Schadensersatz haben. 

Melden Sie sich bei uns, wir prüfen Ihren Fall gerne!

Vorfahrt achten Verkehrsschild mit Pfeil

Lassen Sie sich beraten

Auch scheinbar richtige Bußgeldbescheide zum Thema Vorfahrt enthalten häufig Fehler, wodurch sie sich leicht anfechten lassen.

Bei Vorwurf eines Verstoßes gegen die StVO müssen erst hinreichende Beweise vorgelegt werden, bevor Sie belangt werden können. Wenn Sie von Ordnungshütern oder der Polizei befragt werden, bleiben Sie ruhig. Sie sind nicht verpflichtet, Fragen der Behörden zu beantworten und können zu dem Sachverhalt schweigen. Das ist Ihr Recht und kann später auch nicht gegen Sie eingesetzt werden. 

Zu häufig werden anfechtbare Bußgeldbescheide aus Angst akzeptiert. Konsultieren Sie stattdessen unsere auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwälte. Wir beraten Sie gerne und erörtern mit Ihnen, wie Sie am besten gegen angedrohte Bußgelder oder Strafen vorgehen können. 

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