Haften Influencer persönlich für Markenrechtsverstöße in Posts?
Ja: Influencer haften regelmäßig persönlich als Täter oder Mitstörer, wenn sie eine fremde Marke ohne Erlaubnis markenmäßig (z. B. als Produktkennzeichen/Absenderhinweis) nutzen. Typische Folgen sind Abmahnung, Unterlassung, Auskunft, Schadensersatz bzw. Kostenerstattung.
Influencer sind nicht „nur Werbefläche“, sondern veröffentlichen Inhalte eigenverantwortlich; dadurch kommt eine eigene Haftung in Betracht, sobald ein Post in den Bereich geschäftlicher Handlung fällt. Markenrechtlich kritisch ist die markenmäßige Benutzung: Wird ein Zeichen so verwendet, dass es als Herkunfts- oder Produktkennzeichen verstanden wird, kann dies Unterlassungs- und Zahlungsansprüche auslösen; reine redaktionelle Nennung oder zulässige referenzierende Nutzung ist eher verteidigungsfähig, hängt aber vom Kontext ab. Fallbeispiel: Eine Influencerin bewirbt „Dupe“-Kosmetik und setzt im Reel „#BrandX“ sowie „BrandX Lip Kit“ groß in den Titel, obwohl sie ein No-Name-Produkt zeigt. Der Markeninhaber mahnt ab und verlangt Unterlassung, Auskunft zu Reichweite/Kooperationen und Schadensersatz (z. B. nach Lizenzanalogie). Zusätzlich können Vertragsstrafen drohen, wenn nach Abgabe einer Unterlassungserklärung erneut ähnliche Posts erscheinen (auch in Stories/Highlights).
Leistungen der Kanzlei bei Markenrechtsvorwürfen gegen Influencer
- Sofortprüfung von Abmahnung, Fristen und Risiko einer einstweiligen Verfügung; Einschätzung, ob eine markenmäßige Benutzung vorliegt.
- Strategie zur Deeskalation: Entfernung/Anpassung von Content, Prüfung von Reposts, Story-Archiven, Highlights und Link-in-Bio.
- Entwurf/Verhandlung einer modifizierten Unterlassungserklärung zur Minimierung von Vertragsstrafen und Folgekonflikten.
- Abwehr oder Reduktion von Forderungen: Kosten, Auskunft, Schadensersatz (z. B. Lizenzanalogie) und Umfang der Unterlassung.
- Durchsetzung von Regress gegenüber Agentur/Brand (Freistellung, Vertragsprüfung, Beweis- und Kommunikationsmanagement).
- Prävention: Marken-Checks, Guidelines für Tagging/Hashtags, „Dupe“-Claims, Produktvergleiche sowie rechtssichere Briefings für Kooperationen.
Die auf dieser Website veröffentlichten Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Rechtsberatung dar. Sie sind allgemeiner Natur und berücksichtigen keine individuellen rechtlichen Fragestellungen oder spezifischen Fälle. Für eine rechtliche Beratung, die auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.
Individuelle Beratung - Ihre Experten bei LUTZ Rechtsanwälte
Rückruf anfordern!