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Abgasskandal bei Fiat

Dutzende Fiat Modelle von Abgasmanipulationen betroffen


Update vom 01.03.21: Erstes Urteil gegen Fiat eingetroffen
- hier erfahren Sie mehr!

Neben den bereits bekannten Manipulationen von u.a. VW und Mercedes brachte eine weitreichende Untersuchung jetzt auch ähnliche Täuschungsmanöver von dem Unternehmen Fiat-Chrysler ans Tageslicht. Der Konzern soll - ganz ähnlich wie VW und Daimler - niedrige Abgaswerte vorgetäuscht haben, indem er sogenannte Abschalteinrichtungen in seinen Fahrzeugen verbaute. Diese sind illegal, denn sie lassen die betroffenen Wägen bei der Zulassungsprüfung deutlich weniger Abgase ausstoßen, als im wirklichen Fahrbetrieb.

Mit dieser Vorgehensweise täuschte Fiat seine Käufer, die glaubten, einen ordentlich zugelassenen Wagen zu erwerben. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie haben, um sich gegen die Täuschung zu wehren.

 

Inhaltsverzeichnis

So täuschte Fiat seine Kunden

Dieselfahrzeuge sind besonders Umweltschützern seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Das liegt an deren verhältnismäßig hohem Ausstoß an schädlichen Stickoxiden. Die Bundesregierung hat aus diesem Grund Grenzwerte festgelegt, die Fahrzeuge mit Dieselmotor im Straßenverkehr nicht übertreffen dürfen. Um diese Vorschriften zu umgehen nutzten einige Automobilhersteller - bekannt wurde ursprünglich vor allem VW, später auch Daimler, Seat, Skoda uvm. - einen Trick, der die Zulassung der schmutzigen Dieselmotoren ermöglichte. Sogenannte illegale Abschalteinrichtungen. Oft auch in Verbindung mit den bereits vom EuGh als verboten erklärten Thermofenstern. Diese Vorrichtungen erkennen, ob das Auto sich gerade auf dem Prüfstand befindet und reguliert in diesem Fall den Stickstoffausstoß herunter. Sobald das Fahrzeug dann den realen Verkehr betritt, wird der Mechanismus aufgehoben und eine sehr viel größere Menge an Schadstoffen gerät in die Luft.

Bei Fiat wurde nun aufgrund neuer Untersuchungen ein ganz ähnlicher Verdacht aufgeworfen. Die Stickstoffemissionen übertreffen im Realbetrieb die zugelassenen Werte um Längen - obwohl die Modelle scheinbar für den Straßenverkehr zugelassen sind. Es sind zudem nicht nur Fiat Fahrzeuge, sondern auch Modelle des zusammenhängenden Unternehmens Iveco betroffen. Dieses stellt vor allem Nutzfahrzeuge, Wohn- und Reisemobile her. Eine komplette Liste der manipulierten Fahrzeuge finden Sie hier.

Kunden haben die manipulierten Fahrzeuge guten Gewissens erworben, mussten aufgrund der zu hohen Stickstoffwerte aber erhebliche Wertverluste und weitere Schäden davontragen. Da das Verhalten der Fiat-Chrysler N.V mit Sicherheit nicht rechtens war, haben Sie das Recht, gegen das Unternehmen zu klagen und Schadensersatz zu verlangen.

Klare Äußerung des EuGH zu Abschalteinrichtungen

Abschalteinrichtungen wie sie jetzt auch bei zahlreichen Fiat und Iveco Modellen vermutet werden, sind rechtlich mittlerweile klar als illegal eingestuft worden. Der Europäische Gerichtshof gab 2020 zu dem Thema bekannt, dass Hersteller keine Einrichtung in ihren Wägen verbauen dürften, welche "... bei Zulassungsverfahren systematisch die Leistung des Systems zur Kontrolle der Emissionen von Fahrzeugen verbessert, um ihre Zulassung zu erreichen."

Diverse Fiat Modelle verstoßen gegen Abgasnorm

Nachdem einige Experten auch bei Fiat genauer hingesehen haben, was die Abgaswerte im tatsächlichen Fahrbetrieb anbelangt, ist immer klarer geworden: Das Ausmaß der Manipulationen im Abgasskandal erstreckt sich noch weiter als bisher gedacht. Es wird davon ausgegangen, dass Wägen mit Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 manipuliert wurden. Für viele Besitzer ein großes Ärgernis, denn es droht die Stilllegung des Wagens oder aber ein Rückruf seitens des Herstellers.

Lediglich Motoren mit Euro 6 und Euro 6dTemp Zertifizierung halten was sie versprechen und geben während der Fahrt nur die erlaubte Menge Stickstoff an die Luft ab. Für Euro 5 und Euro 6 Motoren der Marke Fiat trifft das - laut Experten - definitiv nicht zu. Im Speziellen sind bisher die Fiat Modelle Ducato, Cherokee und 500x auffällig geworden. Sie hat das Kraftfahrt Bundesamt bisher gesondert betrachtet und aufgrund der Abgas-Problematik untersucht. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es bei diesen Modellen noch lange nicht endet. Jedes Fahrzeug mit Fiat Motor der Klassifizierung Euro 5 oder Euro 6 kann betroffen sein.

Die hessische Polizei hatte hierzu auf Ihrer Website bereits Modelle genannt, die unter Verdacht stehen, die geltenden Abgasnormen nicht zu erfüllen. Folgende Motoren waren dort aufgelistet:

  • 1,3 Liter Multijet
  • 1,3 Liter 16V Multijet
  • 1,6 Liter Multijet
  • 1,6 Liter
  • 2,0 Liter Multijet
  • 2,0 Liter
  • 2,2 Liter Multijet II
  • 2,3 Liter
  • 2,3 Liter Multijet
  • 3,0 Liter
  • 110 Multijet F1AE3481G
  • 115 Multijet 250A1000
  • 150 Multijet F1AE3481D
  • 180 Multijet F1CE3481E

Wohnmobile jetzt auch betroffen

Durch den Umstand, dass zahlreiche Wohn-und Reisefahrzeuge Motoren von Fiat verwenden, sind nun auch sie vom Dieselskandal betroffen.

Gerade das Unternehmen Iveco steht aktuell im Vordergrund. Der Konzern stellt vor allem Nutzfahrzeuge her und ist eng mit Fiat verbunden: In zahlreichen Modellen der Marke Iveco sind Fiat Motoren verbaut. Zusätzlich geht der Skandal bei Fiat wohl weiter zurück als bisher gedacht. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass neben Fahrzeugen mit Euronorm 6 auch Euro 5 Motoren betroffen sind. Das bedeutet, dass sogar Käufer, die Ihren Wagen bereits 2008 erworben haben, geschädigt wurden. Eine Liste mit betroffenen Fahrzeugen finden Sie hier.

Bis zu 200.000 Fahrzeuge sind allein in Deutschland betroffen. Käufern der Fahrzeuge mit illegalen Abschalteinrichtungen droht im schlimmsten Fall die Stilllegung Ihrer Wägen. Der Grund hierfür ist, dass die entsprechenden Dieselmotoren mehr Stickstoff an die Umluft abgeben, als gesetzlich erlaubt ist.

In Abgasskandal verwickelte Wohnmobile

Folgende Fahrzeuge sind von dem Dieselskandal betroffen. Es können zukünftig noch weitere Modelle zu der Liste hinzukommen.

Jetzt Entschädigung fordern: Hier können Sie unsere Anwälte ganz einfach online beauftragen.

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Wohnmobile mit Fiat Motor     Iveco Wohnmobile

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Notin

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Sunliving

Swift Weinsberg Swift

Westfalia

Wingamm   Woelcke

 

Möglichkeiten für Fiat und Iveco Kunden

Wenn Sie eines der betroffenen Fiat oder Iveco Fahrzeuge besitzen, dann tragen Sie durch die Täuschung der Konzerne einen Schaden davon.

Es bieten sich Ihnen eine Reihe von Möglichkeiten, um sich gegen das Verhalten der Automobilhersteller zu wehren und Ihr Recht einzufordern.

Schadensersatz verlangen: Die durch Stilllegung, Wertverluste oder andere Umstände entstandenen Schäden muss Fiat Ihnen ersetzen. Wir vertreten Sie gerne gegen das Unternehmen und setzen uns für Ihre Ansprüche ein. Wie man an aktuellen Urteilen erkennen kann, stehen die Chancen für Verbraucher in entsprechenden Fällen sehr gut.

Rücktritt vom Kaufvertrag: Ebenso haben Sie das Recht, Ihren Kaufvertrag zu dem manipulierten Fahrzeug rückabzuwickeln. Das Fahrzeug müssen Sie in diesem Fall zurückgeben, allerdings erhalten Sie auch den ursprünglichen Kaufpreis wieder zurück. Möglicherweise wird von Ihnen hier eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangt, wie Sie damit umgehen können erfahren Sie hier.

Wagen neu liefern lassen: Besonderes Glück haben Sie, wenn Sie einen betroffenen Neuwagen vor weniger als zwei Jahren erstanden haben und die Gewährleistungsfrist damit noch nicht abgelaufen ist. Wenn Sie in einem solchen Fall also bspw. einen manipulierten Wohnwagen mit Fiat Motor besitzen, können Sie diesen zurückgeben und die Lieferung eines neuen, einwandfreien Fahrzeugs fordern.

Besitzer von Neuwägen haben laut Aussagen der Staatsanwaltschaft Frankfurt - welche aktuell gegen Fiat-Chrysler ermittelt - besonders gute Chancen. Hier lasse es sich ein ganzes Stück leichter nachweisen, dass der Händler von der Manipulation wusste und dadurch rechtswidrig gehandelt hat.

Sie sind Fiat Kunde und besitzen ein betroffenes Fahrzeug? Gerne beraten unsere Fachanwälte Sie zu Ihrem individuellen Fall. In der Regel können wir schnell feststellen, ob ausreichende Ansprüche bestehen. Melden Sie sich zeitnah, denn Ansprüche können verjähren.

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Urteile gegen Fiat

 

Update 1.3.21: Erstes Urteil gegen Fiat

Jetzt ist auch endlich das erste Urteil gegen Fiat Chrysler Automobiles (neuerdings Stellantis) eingetroffen. So stellte das Landgericht Koblenz am 1. März fest, dass Fiat wegen vorsätzlicher und sittenwidriger Täuschung Schadensersatz an den Kläger zahlen muss. 

Das Landgericht Koblenz schreibt im Abgasskandal bei Fiat Geschichte: Erstmals wurde FCA (Fiat Chrysler Automotives) wegen der Abgasproblematik verurteilt. Es handelte sich bei dem Fall um ein Wohnmobil vom Typ Roller team Zefiro 266TL Fiat Ducato 2, 3L, 150PS. Der Kläger bekam einen Schadensersatz in Höhe von 52.484,12 Euro zugesprochen. Das Gericht erkannte an, dass in dem Wohnmobil eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut war, was die Klage wegen vorsätzlich sittenwidriger Täuschung rechtfertigte.

Der Verdacht auf Manipulationen bei Fiat ist - im Vergleich zu VW und Mercedes - noch relativ frisch. Dabei sind bereits 2016 die ersten Stimmen laut geworden, die berichteten, der Motor des Fiat Ducato schalte seine Abgasreinigung nach kurzer Zeit komplett ab. Offiziell ermittelt wird allerdings erst seit 2020. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt stellte hier erste Nachforschungen wegen Betrug an.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die verbraucherfreundliche Rechtsprechung auch im Fall Fiat weiter fortsetzen wird. Momentan liegt bereits eine erste Klage dem Oberlandesgericht Karlsruhe vor, nachdem sie vom Landgericht Freiburg abgewiesen wurde. Es geht um ein Nutzfahrzeug der Marke Dethleffs. Das Wohnmobil enthält ähnliche Komponenten wie der Fiat Ducato (Motor: Multijet 150 Light) und steht unter schwerem Verdacht, illegale Abschalteinrichtungen zu enthalten. Ein Umstand, der nicht nur den Käufer täuschte, sondern auch die Umwelt belastet, da das Fahrzeug höchst wahrscheinlich mehr Stickoxide an die Luft abgibt, als eigentlich erlaubt.

Bisherige Urteile aus höheren Instanzen, wie z.B. dem Bundesgerichtshof, können Fiat Kunden Hoffnung machen: Solange erwiesen wird, dass das Fahrzeug eine unerlaubte Abschalteinrichtung enthält, lässt sich der Kaufvertrag rückabwickeln und der Kaufpreis - ggf. abzüglich einer Nutzungsentschädigung - zurückerhalten. Dass das bei diversen Fiat Fahrzeugen wie bspw. dem Fiat Ducato, sowie bei unzähligen Wohnmobilen mit Fiat Motor der Fall ist, ist laut aktuellen Untersuchungen der Sachverständigen und Ermittler sehr wahrscheinlich. Dieser Sachmangel kann laut BGH auch ohne eine neue Rückrufaktion des Kraftfahrbundesamtes erwiesen werden.

Des Weiteren sieht der Bundesgerichtshof einen Mangel beim Fahrzeug schon dann, wenn es zukünftig von einer angeordneten Stilllegung durch die zuständigen Behörden bedroht ist. Diese können Fahrzeughalter, wie man bereits bei im Abgasskandal bei VW sah, dazu auffordern, ihr Fahrzeug aus dem Verkehr zu ziehen und stillzulegen, wenn sie davon ausgehen, dass der betroffene Wagen wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung nicht seinem genehmigten Typ entspricht.

Prozess mit und ohne Rechtsschutzversicherung

Wie hoch Ihr Kostenrisiko tatsächlich ist, hängt entscheidend davon ab ob Sie eine Rechtsschutzversicherung haben oder nicht.

Mit Rechtsschutzversicherung:

Werden die Unkosten zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche übernommen, nur die Selbstbeteiligung müssen Sie selbst finanzieren. Sämtliche in diesem Zusammenhang notwendige Korrespondenz zu Deckungsanfrage und Durchsetzung Ihrer Forderungen wird von uns erledigt. Unkompliziert für Sie.

Ohne Rechtsschutzversicherung:

Mit Hilfe des Prozesskostenfinanzierers können wir auch ohne Rechtsschutzversicherung und ohne finanzielles Risiko für Sie Ihre Ansprüche geltend machen. Dank Prozesskostenfinanzierer werden alle Kosten übernommen: Gegnerische Anwaltskosten, Gerichtskosten. Für 15% des Streitergebnisses bekommt er im Erfolgsfall seine Kosten erstattet und nur im Erfolgsfall bekommt er einen Teil des Ihnen zugesprochenen Betrags als Provision. Bei Nicht-Einigung und Klage-Einreichung wird er Ihnen ein auf Sie persönlich abgestimmtes Prozesskosten-Finanzierungs-Angebot abgeben.

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