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Zu schnell, geblitzt, was nun?

Zu schnell, geblitzt, was nun?

(Stand 19. Juni 2020)

Verstoß Strafe Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 20 € - -
11-15 km/h 40 € - -
16-20 km/h 60 € - -
21-25 km/h 70 € 1 -
bis 10 km/h 30 € - -
11-15 km/h 50 € - -
16-20 km/h 70 € - -
21-25 km/h 80 € 1 1 Monat
bis 10 km/h 15 € - -
61-70 km/h 440 € 2 2 Monate
über 70 km/h 600 € 2 3 Monate
26-30 km/h 100 € 1 1 Monat
31-40 km/h 160 € 2 1 Monat
41-50 km/h 200 € 2 1 Monat
51-60 km/h 280 € 2 2 Monate
61-70 km/h 480 € 2 3 Monate
über 70 km/h 680 € 2 3 Monate
11-15 km/h 25 € - -
16-20 km/h 70 € 1 -
21-25 km/h 80 € 1 -

Geblitzt? Das können Sie jetzt tun

Ich wurde geblitzt, was nun?

In der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) stehen sämtliche Regeln für alle, die am Straßenverkehr teilnehmen. Dadurch wird im Straßenverkehr Sicherheit gewährt und dafür gesorgt, dass Verkehrsteilnehmer besser miteinander auskommen. Wer gegen die vorgegebenen Regeln und Vorschriften verstößt, muss mit dementsprechenden Sanktionen rechnen.

Wenn Sie geblitzt wurden gibt es in den meisten Fällen zwei Möglichkeiten: Falls Sie der Fahrzeughalter sind, bekommen Sie einen Anhörungs- bzw. Zeugenfragebogen von der Bußgeldstelle, oder Sie werden direkt am Ort des Geschehens angehalten und bekommen das Messergebnis vor Augen gehalten. 

Wenn Sie den Bogen nicht ausgefüllt zurücksenden, wird die örtliche Polizei von der Bußgeldstelle kontaktiert. Diese hat dann die Aufgabe, den Fahrer auf dem Blitzerfoto ausfindig zu machen. 

Geblitzt worden - Diese Sanktionen können auf Sie zu kommen

Wenn Sie geblitzt wurden und Sie den Anhörungsbogen ausgefüllt und zurückgeschickt haben, wird die Bußgeldstelle Ihnen einen Bußgeldbescheid schicken. Dieser beschreibt, welchen Verstoß Sie begangen haben und teilt Ihnen die entsprechenden Sanktionen mit, die auf Sie zu kommen.

In der Regel wird allerdings davon abgeraten, Angaben zu machen, die Sie selbst und andere belasten. Wenn dies allerdings nicht der Fall ist, können Sie auch Angaben machen, die Ihnen helfen, zum Beispiel, wenn sie in dem vorliegenden Zeitraum gar nicht am besagten Ort waren, oder wenn sich auf dem Blitzerfoto ein von Ihrem Auto abweichendes Kennzeichen befindet. 

Auch wenn von Messfehlern ausgegangen werden kann, haben Sie die Möglichkeit, gegen den Bußgeldbescheid vorzugehen. 

Der Bußgeldbescheid verjährt zudem nach 3 Monaten, wenn Sie 3 Monate nachdem Sie geblitzt wurden also noch keinen Bescheid erhalten haben, ist dieser ungültig.

Bei jeder Messung der Geschwindigkeit wird außerdem eine Toleranz abgezogen. Durch diese Toleranz sollen Ungenauigkeiten bei den Messungen des Blitzers ausgeglichen werden. Nicht relevant ist hier, ob bei der Messung tatsächlich Ungenauigkeiten aufgetreten sind. Die Toleranz fällt je nach Geschwindigkeit unterschiedlich aus. 

Unter 100 km/h beträgt der Toleranzabzug 3 km/h bei Lichtschranken-, Radar- und Lasermessverfahren und 5 % oder mindestens 5 km/h für Provida. 

Wie hoch sind die Bußgelder?

Je nachdem wie schnell Sie gefahren sind, werden die Beträge, die von Ihnen verlangt werden, unterschiedlich ausfallen. Sind Sie innerorts beim zu schnell fahren erwischt worden, kommt ein anderes Bußgeld auf Sie zu, als wenn Sie die zugelassene Geschwindigkeit außerorts überschritten haben. 

Es gilt zusätzlich die Regel: Je stärker die beim Blitzer gemessene Geschwindigkeit die erlaubte Höchstgeschwindigkeit übersteigt, desto mehr muss gezahlt werden.  Im Falle von kleinen Geschwindigkeitsüberschreitungen sind die Bußgelder entsprechend gering: Wer nur bis 10 km/h zu schnell gefahren ist, zahlt außerorts etwa 20 Euro. Wenn die erlaubte Geschwindigkeit allerdings mit 70 km/h oder mehr übertroffen wurde, kann das Bußgeld bis zu 680 Euro betragen.  Kraftfahrzeuge, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen, werden für Geschwindigkeitsüberschreitungen noch stärker bestraft. 

Fahranfänger müssen zwar nicht mehr zahlen als erfahrenere Verkehrsteilnehmer, wenn sie geblitzt werden, dabei kommen aber andere Folgen auf sie zu. Wer als Fahranfänger mit über 20 km/h zu viel geblitzt wurde, hat damit einen A-Verstoß begangen und muss mit Punkten, Fahrverbot, Bußgeld und einem Aufbauseminar rechnen. Auch die Probezeit selbst verlängert sich nach einem solchen Verstoß auf vier Jahre. 

Zu schnelles Fahren ist eines der am häufigsten bestraften Vergehen im deutschen Straßenverkehr. Kleine Geschwindigkeitsüberschreitungen gelten gemeinhin als normal und regelmäßig werden Fahrer auch mit deutlich höherem Tempo als erlaubt geblitzt. Das Rasen wird in Deutschland öfter als alle anderen Verkehrsdelikte mit Fahrverboten und Bußgeldern bestraft.

Wie sind die Regelungen außerorts?

Wo Sie geblitzt wurden, kann einen Unterschied für das Bußgeld machen, das folgend auf Sie zu kommt.  Außerorts gelten meist weniger strenge Regelungen. Generell liegt die Höchstgeschwindigkeit außerhalb von Ortschaften bei 100 km/h. Wer Kraftwagen fährt, sollte sich auf Autobahnen an die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h halten. Ist allerdings keine andere Höchstgeschwindigkeit beschildert, gelten die 130 km/h nur als Empfehlung und nicht als maximal erlaubte Obergrenze. Diese Regel wird selbstverständlich aufgehoben, sobald die Schilder eine klare Höchstgeschwindigkeit angeben. 

Bußgelder werden außerorts bereits fällig, wenn Sie mit mehr als 10 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit geblitzt wurden. Misst der Blitzer eine Geschwindigkeitsüberschreitung von über 20 km/h, erhalten Sie neben dem Bußgeld von 70 Euro auch einen Punkt in Flensburg. 

Innerorts geblitzt worden? Dies sind die Regelungen

Zu schnell fahren birgt innerorts besonders große Risiken. Deswegen wird innerhalb von Ortschaften auch etwas strenger mit Rasern umgegangen, als außerorts. Das lässt sich bereits an den Bußgeldern erkennen, die von vornherein höher angesetzt sind. 

Die Höchstgeschwindigkeit innerorts liegt bei 50 km/h. Schon wer die vorgeschriebene Geschwindigkeit um über 20 km/h überschreitet, muss mit einem Fahrverbot rechnen. Diese Regelungen wurde mit der neuen StVO-Novelle 2020 eingeführt. 

Sonderfälle

Selbst inner- oder außerorts sind die Bußgelder nicht immer gleich. Werden Fahrer beispielsweise bei besonderen Bedingungen wie bei Nebel geblitzt, erwarten sie dementsprechend angepasste Strafen. Zu diesen besonderen Verhältnissen zählen unter anderem schlechte Sichtverhältnisse und Gefahrenstellen wie Bahnübergänge oder Kreuzungen. Fahrer, die im Winter mit Schneeketten unterwegs sind sollten zudem wissen, dass innerorts wie auch außerorts nicht schneller als 50 km/h gefahren werden darf. 

Etwaige Bußgelder fallen in solchen Situationen höher aus. Der Grund ist, dass vom Autofahrer erwartet wird, seine Geschwindigkeit gemäß der Verkehrssituation anzupassen, um somit das Gefahrenrisiko zu verringern.  Dazu kommt, dass Kinder, hilfsbedürftige und ältere Menschen im Straßenverkehr besonders geschützt werden. Wenn Sie also in einem Gebiet geblitzt wurden, indem Sie diese Personengruppen gefährden, werden die Bußgelder höher ausfallen. 

Nach wie vor sind Geschwindigkeitsüberschreitungen eine der größten Unfallursachen in Deutschland. Dazu kommt, dass viele Fahrer nicht wissen, welche Geschwindigkeit für ihre jeweilige Verkehrssituation angemessen ist. Falls nicht anders beschildert gelten die Höchstgeschwindigkeiten von 50 km/h innerorts und 100 km/h außerorts.

In speziellen Situationen wie bei schlechten Sichtverhältnissen sollte die Geschwindigkeit so angepasst werden, dass innerhalb des Sichtbereiches noch gehalten werden kann. Bei einer Sichtweite von 50 m wird beispielsweise eine Geschwindigkeit von 50 km/h empfohlen. Laut der Straßenverkehrsordnung müssen Fahrer ihr Tempo so anpassen, dass es den Verkehrsbedingungen angemessen ist, ihre Fähigkeiten nicht übersteigt und sie das Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle haben. 

Wer bei schlechten Sichtverhältnissen mit 21-50 km/h innerorts geblitzt wurde, muss bereits mit einem Fahrverbot rechnen. Außerorts werden mit 26-60 km/h etwas mehr toleriert, bevor die Fahrerlaubnis eingezogen wird. 

Fahrverbote

Schon wenn man beispielsweise innerorts mit über 21 km/h geblitzt wurde, droht ein Fahrverbot von einem Monat. Das bedeutet lediglich, dass der Fahrer während der verordneten Zeit mit keinem Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen darf. Wer innerhalb der letzten zwei Jahre vor dem Vergehen bereits ein Fahrverbot erhalten hat, muss dem neuen Verbot Folge leisten, sobald der Bußgeldbescheid rechtlich geltend gemacht wurde. Den Führerschein muss der Betroffene dann bei seiner zuständigen Behörde abgeben. Wer schon zwei Jahre oder länger kein Fahrverbot erhalten hat, hat die Möglichkeit, den Zeitraum in dem nicht gefahren werden darf, selbst zu wählen. Es gilt allerdings eine Einschränkung: Fahrer dürfen den Zeitraum nur innerhalb der nächsten vier Monate nach Verhängen der Strafe wählen. 

Lassen Sie sich beraten

Auch scheinbar richtige Bußgeldbescheide zum Thema Zu schnell, geblitzt, was nun? enthalten häufig Fehler, wodurch sie sich leicht anfechten lassen.

Bei Vorwurf eines Verstoßes gegen die StVO müssen erst hinreichende Beweise vorgelegt werden, bevor Sie belangt werden können. Wenn Sie von Ordnungshütern oder der Polizei befragt werden, bleiben Sie ruhig. Sie sind nicht verpflichtet, Fragen der Behörden zu beantworten und können zu dem Sachverhalt schweigen. Das ist Ihr Recht und kann später auch nicht gegen Sie eingesetzt werden. 

Zu häufig werden anfechtbare Bußgeldbescheide aus Angst akzeptiert. Konsultieren Sie stattdessen unsere auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwälte. Wir beraten Sie gerne und erörtern mit Ihnen, wie Sie am besten gegen angedrohte Bußgelder oder Strafen vorgehen können. 

 

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